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Besuch im KZ Buchenwald

„Jedem das Seine“ – so empfängt das KZ Buchenwald jeden seiner Besucher. In großen Lettern steht diese Losung am Tor. Doch besser als Beschönigung, nicht als Tatsache sollte sich dieses Motto bewahrheiten. Nachdem am 30. Januar 1933 Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde und sich wenig später als „Führer“ titulieren ließ und Deutschland zur Diktatur machte, war ein nationalsozialistischer, faschistischer Staat entstanden, der „nichtarische“ Mitbürger kaltblütig und grausam ermordete. Hitler, Himmler, Goebbels und Konsorten ließen sie scheinbar grundlos in Lagern misshandeln, sterben und hinrichten. Millionen von Oppositionellen, Juden, Homosexuelle, so genannte Asozialen und Kirchenfunktionäre, ließen dabei ihr Leben. Gefoltert, gedemütigt und ausgenutzt wurden sie.
Um die Hintergründe kennen zu lernen und um manches besser zu verstehen, reisten die Klassen 9 b, d und e in Begleitung von Herrn Spönlein, Herrn Pfr. Meinhard und Herrn Veeh ins KZ Buchenwald, das neben der Kulturstadt Goethes und Schillers und ehemaligen „Führerhauptstadt“ Weimar liegt. So erfuhr man, dass es zwar in diesem Konzentrationslager keine Gaskammer gab, es aber ein besonders grausames Arbeitlager und ein „Sammellager“ für Deportationen ins heutige Polen war. Auch hier fehlte es nicht an Peinigungen. Ein Holzbock, auf den die Häftlinge zuerst fixiert und anschließend geschlagen wurden oder riesige Handkarren, die die Insassen durch das Lager ziehen musste, standen bereit und wurden häufig auch eingesetzt. Zwar wurde hier nicht durch Gas, dafür aber mit vielen anderen Methoden getötet. Zum Beispiel wurden die Häftlinge in ein Zimmer mit Körpermaßband geführt und ihnen wurde erklärt, es handle sich um ein medizinisches Experiment. In der Maßapparatur befand sich aber ein Loch, wodurch beim Messen geschossen wurde. Gleich nach dem Tod wurde die Leiche in das sich auch dort befindende Krematorium gebracht. Insgesamt starben 56.000 Häftlinge in Buchenwald.
Tief getroffen und geschockt von der Heimtücke und Brutalität, mit denen die Nationalsozialisten arbeiteten und mit der Gewissheit, so etwas nie mehr zulassen zu wollen verließen wir das Lager. Vielleicht kann eine Reportage um das KZ Buchenwald in der nächsten Schülerzeitung mehr Gewissheit schaffen und tiefere Einblicke ermöglichen.
Florian Hörlein, 9e / AG Schülerzeitung

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